Schnupftabak

Wissenswertes Rund um den Schnupftabak

“ Wieso heißt der „Schmalzler“ eigentlich so und wie wird Schnupftabak hergestellt? Am Anfang ist die Tabakpflanze. Anbau, Ernte und Tabakbearbeitung wird daher zunächst nicht anders praktiziert, als für die Verwendung zukünftiger Glimmstängel. Die wahre Schnupftabakproduktion beginnt, nachdem der Tabak getrocknet wurde. Auf die Rohstoffe kommt es an Hier muss zwischen den zwei verbreiteten Schnupftabakarten unterschieden werden, diese wären: Englischer Schnupftabak (Snuff) wird vorwiegend aus hellen Tabaksorten hergestellt. Im Ergebnis ist dieser eher, schärfer und feinpulvriger. Der Tabak hierzu kommt vorwiegend aus den USA oder Afrika. Deutscher Schnupftabak, auch „Schmalzler“ genannt. Dieser wird aus dunklen Tabak hergestellt. Deswegen ist er deutlich milder, klebrig bis klumpig und sehr dunkel (bis schwarz). Natürlich bestimmt die Nachfrage in diesem Falle das Angebot, weswegen auch eine große Anzahl von Mischformen aus verschiedenen Tabaksorten auf den Markt dringt. Die Produktion Je nach Sorte, wird in einer Schnelllaufenden Mühle der trockene Rohtabak zu Tabakmehl vermahlen. Die verschiedenen Tabakmehlsorten werden anschließend in Silos zu trockenen Mehlmischungen vermengt.

Die so entstandenen Tabakmehle werden mit Fermenthurlösungen angefeuchtet und gut durchgemischt. Anschließend werden die Mehlmischungen verpackt und ca. vier Wochen in klimatisierten Lagerräumen aufbewahrt. In diesem Zeitraum entwickelt sich das spezielle Aroma des Schnupftabaks. Gleichzeitig wird durch diesen Prozess ein leichter Nikotinabbau erreicht. Die Endmischung Erst nach dieser längeren Lagerzeit erfolgt die Endmischung des Schnupftabaks. Nach speziellen Rezepturen werden erneut einzelne Mehlmischungen zusammengestellt und weitere Extrakte beigemengt. Je nach Sorte erfolgt die Zugabe verschiedener Aromen, wie Pfefferminzöl, Eukalyptusöl, Menthol und Fruchtauszüge. Bei einem original „Schmalzler“ darf natürlich das Schmalz,

also das Schweinefett nicht fehlen. Nun wissen Sie, warum der „Schmalzler“ Schmalzler heißt.

Wie kam eigentlich der Schnupftabak in unsere heimatlichen Gefilde? Tabak war bei den amerikanischen Ureinwohnern schon lange eine Kulturpflanze, bevor sie nach Europa kam. Die Indianer konsumierten ihn allerdings in Form von Schnupftabak und nicht etwa als blauen Dunst. (Vielleicht wurde ja gar keine Friedenspfeife geraucht, sondern eine Friedensprise geschnupft – Mutmaßung des Vereins) Also wie kam der Schnupftabak zu uns? Wieder mal hatte Columbus seine Finger Spiel. Bei seiner zweiten Entdeckungsreise fiel das mysteriöse Pulver auf.. Ein Mönch, der ihn dabei begleitete berichtete 1496: „Immer wenn die Könige ihre Götter um Rat fragen wegen Ihrer Kriege, wegen einer Steigerung des Fruchtertrages oder wegen ihrer Not, Gesundheit und Krankheit, schnupften sie in ihren Tempeln das Kraut in ihre Nasenlöcher.. Das Pulver ist von solcher Kraft, dass es einem völlig dem Verstand raubt“ 1561 wurde der Tabak nach Europa eingeführt. Königin Katharina von Medici war eine der ersten und berühmtesten Schnupferinnen, die gepulverte Tabakblätter gegen Kopfschmerzen und Migräne einnahm. Von dort aus wurde er bald bei allen Höfen Europas populär. Es dauerte nicht lange, bis man den wirtschaftlichen Faktor des Schnupftabaks erkannte. 1677 entstand die erste Schnupftabak-Manufaktur der Welt, die königliche Tabakfabrik in Sevilla. Damit nicht Hinz und Kunz an das edle Pulver kommen, wurde die Fabrik streng vom Militär bewacht.
„Erst 1702 erreichte der Schnupftabak breitere Bevölkerungsschichten. Bis im 19. Jahrhundert übertraf die Herstellung von Schnupftabak bei Weitem die Produktion von Kau- oder rauchbaren Tabak. Wer was auf sich hielt, schnupfte: Charles Darwin, Duke of Wellington, Lord Nelson. Napoleon soll übrigens monatlich 7 Pfund geschnupft haben. Nachdem in den deutschen Ländern Schnupftabake lange Zeit nur als Importware in Apotheken erhältlich waren, entstand 1733 in Offenbach die erste Schnupftabakfabrik in Deutschland. Nachdem im Verlaufe des 20. Jahrhunderts der Schnupftabak von den Zigaretten in den Hintergrund gedrängt wurde, erlebt er nun seit einigen Jahren ein eigentliches Revival. Schnupftabak ist heute wieder trendig, was nicht zuletzt mit der Ächtung des blauen Dunstes in Verbindung stehen mag.

Ist Schnupftabak nun gesundheitsschädlich oder nicht? Ganz bewusst wollen wir Schmalzlerfreunde – fern ab jeder Werbekampagne der Hersteller- dieses Thema ansprechen. Im „Manager-Magazin“ wurde die Thematik vor einiger Zeit aufgegriffen. In Deutschland gönnen sich derzeit rund eine Million Menschen gelegentlich eine Prise, hauptsächlich in Süddeutschland, Thüringen, Sachsen und Nordrehein-Westfalen. Auch in vielen anderen europäischen Ländern ist der Schnupftabak sehr beliebt. Ex-Bundeskanzler Schmidt, der sogar ein Grußwort zu unserem 10-jährigen Vereinsjubiläum verfasste – ist als Freund an der Prise bekannt. Gesundheitsexperten verweisen allerdings darauf, dass auch das Schnupfen von Tabak nicht unbedenklich ist. Wissenschaftler haben die Wirkung von Schnupftabak auf die Atemwege untersucht. In ihrer Studie kommen sie zum Ergebnis, dass bei einer angenommenen Tagesmenge von zwei Gramm Schnupftabak ca. 14 mg Nikotin absorbiert werden. Ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen des Atmungs- und Verdauungstraktes oder der Nase konnte allerdings bisher nicht nachgewiesen werden. Sorge bereitet den Gesundheitsbehörden in Europa die Tendenz, von Zigaretten auf Kautabak umzusteigen, weil dieser weniger gefährlich eingeschätzt wird. Da alle Kau- oder Schnupftabake die Sucht nach Nikotin verstärken oder auslösen, betrachtet die EU-Kommission sie aber schon aus diesem Grund auf keinen Fall als geeigneten Ersatz für das Rauchen. Kautabak- und Schnupftabakpackungen trugen von 1998 an einen Hinweis auf die Krebsgefahr. Wegen der nicht ausreichenden Datenlage wurde dieser seit 2002 auf den Hinweis reduziert: „Dieses Tabakerzeugnis kann ihre Gesundheit schädigen und macht abhängig“ Wir als Schmalzlerfreunde können die Argumente durchaus nachvollziehen. Wie alles im Leben, sollte man auch dieses Hobby mit Maß und Ziel betreiben. Egal ob Sport im klassischen Sinne oder unsere Schnupferei. Die Schmalzlerfreunde schießen hier sicherlich nicht über ihr Ziel hinaus.

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